Geschichte

Die erste Kesch-Hütte SAC wurde 1893 als kleine Schutzhütte unweit des heutigen Standortes gebaut. Die Entwicklung des Alpinismus und die damit zusammenhängenden Frequenzen an Übernachtungen liessen seit der Erstellung verschiedene Neu- An- und Umbauten folgen.

Ende der 90er Jahre durfte die SAC Sektion Davos einen Teil des Erbes von Peter Ettinger aus Davos antreten, welches ausschlaggebend war, die alte Hütte auszubauen oder eine neue Hütte in nächster Umgebung zu erstellen.

Die Mitglieder der SAC Sektion Davos entschieden sich für letztere Variante und nach minutiöser Planung und Zusammenarbeit mit den Amtsstellen wurde der Neubau im Jahr 2000 in Angriff genommen.  Die Abschlussarbeiten und Inbetriebnahme der neuen Hütte erfolgten mit dem Start in die Sommersaison 2001. Die neue Hütte bietet moderner Infrastruktur und gilt technisch als Meisterleistung seiner Zeit.

Die Sage „Porchabella“

(Romanische Publikation - Herkunft unbekannt.) 

Das grosse Tal zwischen dem Piz Kesch und der Porta d’Es-cha, das heute mit dem Porchabella Gletscher ausgefüllt ist, war vor unendlicher Zeit eine prächtige Schweinealp. Die Hirten hatten den lieben langen Tag kaum zu arbeiten. Tag ein – Tag aus liessen sie sich die Sonne auf den Bauch scheinen, nahmen ihre Mitbürger aufs Korn, die unten im Tal der schweren Arbeit nachgingen und liessen es sich gutgehen.

Eines Tages trieben sie es aber so weit, dass sie gar über den lieben Gott scherzten und spotteten. Lange genug hatte dieser dem Treiben der Hirten zugesehen und entschied, dass es nun genug des Guten sei. Tags darauf schickte der liebe Gott einen Engel auf den Weg, der Aufgabe: Er sollte sich die Burschen zu handen nehmen und ihnen zu merken geben, das auch Schweinehirte nicht unsterblich sind. Verkleidet als alter, armer und hungriger Mann erschien der Engel vor der Alphütte. Mit Tränen in den Augen flehte dieser die Hirten an, man möge ihm etwas zu Essen geben. Schon seit Tagen hätte er nichts mehr gegessen. Da packte der eine Hirte die Schaufel voll Dreck und warf sie dem Bettler vor die Füsse und meinte: Das dürfte für dich gut genug sein. Unter den Hirten begann ein riesiges Gelächter.

Der Bettler bedankte sich und zog weiter. Unzufrieden schüttelte der liebe Gott den Kopf und schickte einen anderen Engel auf den Weg. Als Reisender schritt dieser hinunter zur Hütte und berichtete, man hätte ihn auf dem Weg überfallen und ausgeraubt. Nur dank seiner List sei er den Räubern entkommen und konnte so seine Haut retten. Man möge ihm wenig Speis und Trank geben, der liebe Gott würde sie für Ihre Gutmütigkeit belohnen. Das du zum Teufel gehst, fuhren ihn die Hirten an und für die Belohnung vom lieben Gott danken wir herzlich!

Der dritte Engel erschien den Hirten als alte kranke Frau, die sich mühsam am Stock gehend fortbewegte. Um Gotteswillen, gebt mir essen und Herberge. Habt Mitleid mit mir. Ich werde dafür für euch arbeiten was ihr wollt und für euch beten bis an den letzten Tag meines Lebens. Aber die Herzen der Hirten blieben hart wie der Stein am Piz Kesch. Scher dich weg von unserer Alp! Von deinem Beten werden unsere Bäuche auch nicht voll. Die alte Frau bedankte sich und zog weiter.

Nun genug, dachte sich der liebe Gott und schickte seinen eigenen Sohn hinunter. Kaum unten angekommen riefen sie ihm entgegen. Wer bist du? Das du dich überhaupt traust in unsere Nähe zu kommen. Er antwortete: Ich bin Jesus, der Sohn vom lieben Gott. So so, auf dich haben wir schon lange gewartet. Und was willst du von uns? Ich bitte euch um ein Stück Brot, den ich habe Hunger sagte er mit leiser Stimme. Du willst Jesus sein, der Sohn vom lieben Gott sagte der Hirt und begann zu lachen. Und du bist nicht im Stande, dir ein Stück Brot zu besorgen um deinen Hunger zu stillen?

Ein andrer Hirt hob einen Stein auf, reichte ihn dem Gast und meinte: Angeblich hast du schon so manches Wunder vollbracht, da dürfte es für dich eine Kleinigkeit sein, daraus Brot zu machen. Und wieder ertönt schallendes Gelächter. Noch während des Gelächters begann es in den umliegenden Gipfel zu krachen und Grollen. Das ganze Tal hüllte sich in einen dicken Nebel. Und noch während Jesus die Himmelsleiter emporstieg verwandelte sich die Alp in ein riesiges Meer aus Eis. Noch heute hört man ab und zu ein leises und dumpfes Gelächter das aus den Tiefen des Gletschers kommt. Ob es wohl das der Hirten ist?

Leichenfund im Porchabellagletscher

Festschrift 100 Jahre SAC Sektion Davos 1886 - 1986
von Nic Kindschi

Seit Jahren war an den Sektionssitzungen der Gedanke einiger älterer Mitglieder um Pfarrer Hauri über den Bau einer Clubhütte am Fusse des Piz Kesch zur Sprache gekommen; 1888 erstellte Architekt Heim ein erstes Projekt. Das CC kam dem Vorhaben positiv entgegen und versprach eine Subvention von 75% der Baukosten. Im Jahr 1892 trat die Gemeinde Zuoz den Boden unentgeltlich ab und erteilte die Bewilligung zur Gewinnung von Sand und Steinen in der Umgebung. Am 15. Januar 1893 erteilte die Sektion an Bergführer Rauch aus Bergün den Bauauftrag zum Preise von Fr. 3300.- inkl. Rohholz und Kosten für den Bekerschen Ofen. Im gleichen Sommer entstand auf Punkt 2631 die für 18-20 Personen Raum bietende Hütte. Das Inventar wurde für 12 Personen angeschafft und die Hütte am 12. Oktober eingeweiht und der Obhut von Bergführer Rauch übergeben. Auch hier beklagten sich Touristen über die oft mangelnde Hüttenordnung. Um diesem Übel abzuhelfen, beschloss man ab Juli 1896 die Bewirtschaftung der Hütte durch Führer Rauch. Damit kam man auch dem Wunsche zahlreicher Hüttenbesucher entgegen. Durch den Übertritt von Hüttenwart Rauch in den Polizeidienst im Jahr 1900 übernahm für kurze Zeit Bergführer Mettier jun. die Bewartung. Er wurde im Sommer 1902 durch Bergführer Hunger von Madulain ersetzt. Für die neuerliche Bewirtung der Hütte im Sommer stellte das CC einen Beitrag von Fr. 200.- in Aussicht. Wegen ungenügenden Besuchs entschädigte die Sektion den Hüttenwart im Sommer 1903 mit Fr. 50.- im Monat. Im folgenden Jahr wurde eingebrochen, und Tische und Stühle wurden als Brennmaterial verwendet. Der zunehmende Besuch durch Wintertouristen veranlasste die Sektion, die Hütte 1906 für den Winterbetrieb mit genügend Holzvorrat und warmen Decken zu versorgen.

Um- und Ausbau der Hütte
1906 Wohl bestanden schon länger Vorschläge zur Erweiterung der Hütte auf 24 Schlafplätze. Dem zunehmenden Platzbedürfnis kam man im Herbst 1905 durch Umstellung der Pritscheneinteilung entgegen. Zur bessern Isolation wurden die Fensterstöcke erneuert, und im Sommer 1906 erhielt die Hütte ihr erstes Eternitkleid und einen Abort ausserhalb der Hütte. An die Eternitverkleidung leistete das CC eine Subvention von 90%.
1915 Für einen dringend notwendigen Ausbau der Hütte auf ca. 40 Schlafplätze wurden insgesamt 6 Projekte erstellt und teilweise mit dem CC besprochen. 1916 Das im Sommer 1916 realisierte Projekt umfasste neu einen Winterraum mit 12 Schlafplätzen, 24 weitere und einige Notschlafplätze wurden durch ein ähnliches Sitzplatzangebot ergänzt. Der Hüttenwart erhielt eine separate Schlafstelle und einen Keller. An den Kosten von Fr. 12 625.40 beteiligte sich das CC mit 50%.
1930 Verlegung des Winterraumes in die Mitte der Hütte; Anbau Nord mit Hüttenwartraum, WC-Anlage und Ergänzung der Rucksackgestelle.
1932 Ausbau und Isolation Tagesraum; Verlegung des Hüttenwartraumes ins Hütteninnere mit zwei Schlafplätzen.
1947 Ein Projekt für einen Anbau Ost wird wegen der Finanzierung nicht ausgeführt.
1952 Verlegung der Küche und Ausbau des Aufenthaltsraumes. Bergführer Peter Ettinger, Glaris, schenkt das Arventäfer für den Aufenthaltsraum; Ergänzung der Schlafplätze auf 42 und 40 Sitzplätze; Anbau Spense und Holzraum. Kosten Fr. 12 385.35.
1952 Die im Lawinenwinter 1951 zwischen Bergün und Chants zerstörte Telefonleitung (Baujahr 1934) wird durch eine drahtlose UKW-Anlage ersetzt.
1960 Ausbau Küche mit neuem Herd; Erweiterung der Spense; WC-Anlage; Skiraum; Kosten Fr. 6143.75. Der Hüttenchef im CC Chur empfiehlt dem Vorstand, die Trinkwasserversorgung einer Lösung zuzuführen.
1961-63 Bau einer ca. 800 m langen Wasserleitung mit Brunnen und Anschluss in der Küche und im WC. 1961 Planung; 1962 Quellfassung; Geologisches Gutachten.
1963 Die Wasserleitung wird wie die Quellfassung in Fronarbeit, ca. 1000 Arbeitsstunden, erstellt. Kosten Fr. 9387.-
1966 Neubau der WC-Gruben.
1968 Nachdem das Wasserproblem gelöst war, konnte sich der Vorstand ernsthaft mit der dringenden Vergrösserung der Hütte befassen. Im Vordergrund stand die Bedingung, die Hütte auf mindestens 80 Schlaf- und Sitzplätze auszubauen. Ein 1966 erstellter, sektionseigener Vorschlag fand beim Hüttenchef des CC Bern keine Zustimmung. Die Sektion stimmte einem Projektierungskredit von Fr. 4000.- zu, womit Architekt J. Eschenmoser 1967 mit der Planung beauftragt wurde. Die DV 67 genehmigte das Ausbauvorhaben und sprach eine Subvention von 50% (Fr. 95000.-). Spenden in der Höhe von Fr. 43 045.05, die Entnahme von Fr. 46 413.30 aus dem Hüttenfonds und Fronarbeit (1924 Stunden à Fr. 4.-) sicherten die Finanzierung. Die Trainkolonne 111/12 unter dem Kommando von Major Chr. Jost, Landammann in Davos, transportierte in der Zeit vom 12.-26. Juni mit 47 Pferden total 100 t Baumaterial von Chants zur Hütte. Mit 69 Heliflügen wurde das weitere Baumaterial zur Hütte transportiert. Am 4. Juli 1968 war Baubeginn, und am 12./13. Oktober konnte das wohlgelungene Bauwerk mit einem Platzangebot von 80 Sitz- und Schlafplätzen eingeweiht werden.
1980 Die Reserven im Hüttenfonds waren wieder auf Fr. 130 000.- angewachsen. Einer durchwegs guten Belegung der Hütte mit einem entsprechenden Arbeitsaufwand für das Hüttenwartehepaar und das Personal standen die unbefriedigenden Raumverhältnisse in diesem Bereich gegenüber. Dazu kam der berechtigte Wunsch nach einer Dusche und einer separaten WC-Anlage.
1981 bewilligt die GV einen Projektierungskredit von Fr. 8000.-. Das mit Planskizzen von Architekt Krähenbühl mit einem Kostenaufwand von Fr. 160000.- vorgestellte Ausbauprojekt wird von der Monatsversammlung im April 81 abgelehnt. Die Baukommission erstellt ein neues Pflichtenheft für einen Projektwettbewerb. An der GV vom 23. Januar 1982 wird das Projekt von Architekt Krähenbühl genehmigt und der Kredit von Fr. 200 000.- unter Vorbehalt der Subventionierung durch das CC erteilt. Mit einem Ausbaukubus von 73,218 m3 und einem Neubaukubus von 191,480 m3 werden realisiert: Vergrösserung; Eingangsraum ; Küche mit neuem Herd und Boiler; 8 zusätzliche Sitzplätze im Winterraum; 3 Schlafplätze und 11 Notschlafstellen; neuer Hüttenwart- und Angestelltenschlafraum; Aufenthaltsraum in der vergrösserten Küche; Dusche und separates WC; Änderung und Ergänzung der Rucksackgestelle; Elektrifizierung mit Batterie- und Solarzellenspeisung der Beleuchtung mit Ausnahme des Aufenthaltsraumes. Die DV bewilligt im Oktober 82 eine Subvention von 40% (Fr. 99 200.-).
1983 In Fronarbeit (J.O. und Sektion) müssen vorerst ca. 100 m3 Schnee geräumt werden. Weitere Frondienstarbeiten werden für Abbruch-, Aushub- und Aufräumarbeiten geleistet. Die Armee befördert 15 t Baumaterial mit Helikoptern zur Hütte. Anfang Juli ist der Baubeginn, und am 16./17. September kann die umgebaute Hütte eingeweiht werden.

Die Hüttenwarte
1893-1900 Bergführer Rauch von Bergün
1901-1902 Bergführer Mettier jun.
1902-1912 Bergführer Hunger von Madulain
1913-1925 Bergführer Friedrich mit Unterbruch und zeitweiliger Pachtzahlung
1917 übernahm im Sommer ein Herr Moser aus Zürich die Hütte, nicht gerade zur Freude der Besucher und der Sektion
1926-1932 Bergführer Schmid
1932 im Sommer der Hüttenwart der Grialetschhütte, R. Hammerschmied
1932-1948 Vater Hosang aus Madulain
1948-1961 Bergführer Hch. Schmid und seine Frau Rosa aus Bergün
1961-1968 Bergführer F. Rupp aus Bad Ragaz
1969-2008 Bergführer Ruedi Käser mit seiner Frau Erika
ab 2009 Ursina Barandun und Reto Barblan aus Bergün

  Kesch-Hütte SAC

Ursina + Reto Barblan, Hüttenwarte
Hauptstrasse 134
7482 Bergün

Hütte    +41 (0)81 407 11 34
Bergün +41 (0)81 407 16 97
Mobil     +41 (0)79 235 00 57
kesch@kesch.ch

Koordinaten: 786'550/168'870

italix gmbh